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Politik & Stadtentwicklung

Gewerbegebiet in Porz-Westhoven: Streit um Lkw-Verkehr und Erhalt einer Grünfläche

Köln-Porz-Westhoven. Die Entwicklung des ehemaligen Stollwerck-Geländes beschäftigt weiterhin die Porzer Politik. Während auf dem Areal ein neuer Gewerbe- und Logistikstandort entsteht, gibt es Diskussionen über die künftige Verkehrsbelastung und den Schutz einer verbliebenen Grünfläche an der Straße „Am Blauen Stein“.

Die Bezirksvertretung Porz hat einstimmig einen Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, die Wiesenfläche vor dem Rangierbahnhof Gremberg langfristig als Grünfläche zu sichern und ökologisch aufzuwerten. Vorgesehen ist eine Bepflanzung mit standortgerechten Bäumen und Gehölzen.

Die Fläche war früher unter anderem als Pferdeweide genutzt worden. Nach dem Willen der SPD soll sie künftig vor einer Bebauung geschützt werden. Hintergrund ist auch der Verlust von Grünflächen durch die Entwicklung des benachbarten Gewerbe- und Logistikstandortes.

Bis zu 480 zusätzliche Lkw täglich berechnet

Für Diskussionen sorgt außerdem die Verkehrssituation rund um die Stollwerckstraße. Eine Verkehrsuntersuchung geht in einer theoretischen Maximalbetrachtung von bis zu 1.150 zusätzlichen Fahrzeugen täglich aus, darunter 480 Lastwagen.

Die Stadtverwaltung weist allerdings darauf hin, dass diese Berechnung von einer maximalen Logistiknutzung ausgeht. Tatsächlich sei auf dem Gelände ein Branchenmix aus kleineren und mittleren Unternehmen vorgesehen, weshalb mit weniger Schwerlastverkehr gerechnet werde.

Die SPD-Fraktion kritisiert insbesondere die teilweise fehlenden oder zu schmalen Gehwege an der Stollwerckstraße. Auch die Verkehrssituation am dortigen Aldi-Markt bereitet den Kommunalpolitikern Sorgen.

Die Bezirksvertretung hatte deshalb unter anderem gefordert, eine zusätzliche Erschließung über die Claudiastraße zu prüfen und den Schwerlastverkehr möglichst in Richtung Autobahn A4 zu lenken.

Stadt sieht Grenzen bei der Umsetzung

Nach Angaben der Verwaltung kann eine Zufahrt über die Claudiastraße nicht verbindlich vorgeschrieben werden, da dafür eine Privatstraße genutzt werden müsste. Auch für einen vollständigen Ausbau der Stollwerckstraße fehlen derzeit die erforderlichen Flächen.

Anpassungen an den Ampelanlagen und am Knotenpunkt Kölner Straße/Stollwerckstraße/André-Citroën-Straße sind dagegen als Auflagen in die Baugenehmigung aufgenommen worden.

Wie sich die zusätzliche Verkehrsbelastung nach der Inbetriebnahme tatsächlich entwickelt und welche Maßnahmen zum Schutz von Fußgängern umgesetzt werden, bleibt abzuwarten.