Was passiert, wenn der Rhein so stark steigt, dass der große Retentionsraum zwischen Porz-Langel und Niederkassel-Lülsdorf tatsächlich benötigt wird? Genau dieser Ernstfall stand am Freitag, 18. September 2026, im Mittelpunkt einer umfangreichen Hochwasserschutzübung.
Die Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln) führten die Übung gemeinsam mit der Stadt Niederkassel durch. Dabei wurde die vollständige Flutungsbereitschaft des Retentionsraums Langel-Lülsdorf hergestellt. Ziel war es, sowohl die technischen Einrichtungen als auch die organisatorischen Abläufe zu überprüfen.
Bis zu 4,6 Millionen Kubikmeter Rheinwasser
Der Retentionsraum liegt unmittelbar zwischen Köln-Porz-Langel und Niederkassel-Lülsdorf und umfasst rund 159 Hektar. Seit 2009 ist die Anlage Bestandteil des Kölner Hochwasserschutzkonzeptes.
Im Ernstfall kann die Fläche gezielt geflutet werden. Nach Angaben der StEB können dort bis zu 4,6 Millionen Kubikmeter Rheinwasser aufgenommen werden. Dadurch lässt sich der Wasserstand des Rheins in Köln um bis zu fünf Zentimeter senken.
Technik und Abläufe müssen im Ernstfall funktionieren
Eine Anlage dieser Größenordnung hilft nur, wenn bei einem drohenden Hochwasser alle notwendigen Schritte zuverlässig funktionieren. Bei der Übung wurde deshalb die Flutungsbereitschaft vollständig hergestellt und kontrolliert, ob die erforderlichen technischen und organisatorischen Abläufe wie vorgesehen ineinandergreifen.
Dass solche Übungen regelmäßig stattfinden, hat einen konkreten Hintergrund: Der Retentionsraum ist eine Sicherheitsreserve für extreme Hochwasserlagen. Retentionsflächen können große Wassermengen zeitweise aufnehmen und dadurch Hochwasserspitzen senken oder verzögern.
Hochwasserschutz direkt vor unserer Haustür
Für Langel ist die Anlage ein besonders sichtbarer Bestandteil des Hochwasserschutzes. Der Retentionsraum erstreckt sich rechtsrheinisch zwischen Porz-Langel und Lülsdorf – damit wurde der Ernstfall diesmal praktisch direkt vor unserer Haustür geprobt.
Die Übung zeigt zugleich, welche Dimensionen der Hochwasserschutz am Rhein inzwischen erreicht hat: Mehrere Millionen Kubikmeter Wasser könnten bei einer entsprechenden Hochwasserlage kontrolliert in die Fläche geleitet werden, um die Hochwasserspitze abzumildern.
