Mitten im Langeler Oberdorf befindet sich ein Ort, dessen Geschichte außergewöhnlich weit zurückreicht: der Fronhof. Seine Vergangenheit ist eng mit den Anfängen Langels verbunden – und führt mehr als ein Jahrtausend zurück.
Bereits im Jahr 965 taucht Langel erstmals in den historischen Quellen auf. Damals wurde der Ort als „Langalon“ erwähnt. Nach Angaben der Stadt Köln geht der heutige Ortsname auf die Bezeichnung „Lange Au“ zurück und verweist damit auf die Lage am Rhein.
Ein Hof steht am Anfang der schriftlichen Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung Langels steht unmittelbar mit einem Hof in Verbindung. Im Jahr 965 wurde ein Hof in „Langalon“ vom Kölner Erzbischof an die Benediktinerabtei St. Pantaleon in Köln übertragen.
Damit gehört der Fronhof zu den bedeutendsten historischen Orten im heutigen Langel.
Die Jahreszahl 965 bedeutet allerdings nicht, dass Langel damals gegründet wurde. Die Besiedlung der Gegend reicht offenbar wesentlich weiter zurück. Die Stadt Köln verweist auf ein bei Ausgrabungen auf dem Poppenberg entdecktes fränkisches Gräberfeld aus dem 3. oder 4. Jahrhundert.
Mittelpunkt einer Grundherrschaft
Im Mittelalter war der Fronhof weit mehr als ein gewöhnlicher Bauernhof. Er bildete das Zentrum einer Grundherrschaft mit mehreren abhängigen Höfen und befand sich im Besitz des Klosters St. Pantaleon.
Eine weitere urkundliche Erwähnung findet sich im Jahr 1225 im Urbar von St. Pantaleon.
Eine einschneidende Zäsur folgte 1633: Der damals 178 Morgen große Fronhof wurde bei einem Feuer zerstört. Anschließend entstand die Anlage neu.
Vom Klosterbesitz in weltliche Hände
Über Jahrhunderte war die Geschichte des Fronhofs mit St. Pantaleon verbunden. Das änderte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts.
Im Zuge der Säkularisation 1803 ging der Hof in weltlichen beziehungsweise staatlichen Besitz über. 1820 wurde der Fronhof vom preußischen Staat an die Gebrüder Immendorff verkauft.
Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ Spuren. Die Anlage wurde stark beschädigt und anschließend wiederaufgebaut. Das heutige Erscheinungsbild entspricht daher nicht mehr vollständig dem historischen Fronhof früherer Jahrhunderte.
Noch heute Teil des Langeler Oberdorfes
Der Fronhof liegt zwischen Frongasse, Rosengasse und Lülsdorfer Straße, unweit von St. Clemens. Historisch bildete er einen Mittelpunkt des Langeler Oberdorfes.
Seine Bedeutung reicht deshalb weit über die erhaltenen Gebäude hinaus. Mit dem Fronhof ist ein Teil jener Geschichte verbunden, durch die wir heute wissen, dass Langel bereits vor mehr als 1.000 Jahren schriftlich erwähnt wurde.
Und selbst der Straßenname Frongasse erinnert heute noch an diesen historischen Teil Langels.
Quellen: Stadt Köln – Geschichte des Stadtteils Langel; Kulturpfad Porz; KuLaDig – Stadtteil Köln-Langel.
