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Zwei Schulen in Köln-Zündorf vor dem Aus: Eltern und Schüler kämpfen um den Erhalt

Die Zukunft der Johann-Amos-Comenius-Hauptschule und der Wilhelm-Busch-Realschule am Schulzentrum Heerstraße in Köln-Zündorf ist ungewiss. Nach der neuen Schulentwicklungsplanung der Stadt Köln stehen beide Schulen vor grundlegenden Veränderungen. Die Hauptschule soll bereits ab dem Schuljahr 2027/28 keine neuen Eingangsklassen mehr aufnehmen. Auch die Realschule ist von den Schließungsplänen betroffen. Dagegen regt sich Widerstand bei Eltern, Lehrkräften und Schülern.

Die Stadt Köln hat ihre aktualisierte Schulentwicklungsplanung am 6. Oktober 2026 vorgestellt. Darin beschreibt die Verwaltung, wie sich die Kölner Schullandschaft bis etwa 2035 entwickeln soll. Hintergrund sind neue Bevölkerungsprognosen, die nach Jahren steigender Schülerzahlen künftig einen Rückgang erwarten lassen. Gleichzeitig gibt es in einzelnen Stadtteilen weiterhin Engpässe bei Schulplätzen.

Stadt verweist auf zu geringe Anmeldezahlen

Besonders deutlich wird der Konflikt an der Johann-Amos-Comenius-Hauptschule. Für das laufende Schuljahr 2026/27 wurden dort nach Angaben der Stadt lediglich 17 Kinder für die fünfte Klasse angemeldet.

Nach den schulrechtlichen Vorgaben in Nordrhein-Westfalen müssen Hauptschulklassen grundsätzlich mindestens 18 Schülerinnen und Schüler umfassen. Die Stadt sieht deshalb die Voraussetzungen für einen langfristigen Weiterbetrieb kritisch.

Allerdings betrachten die Lehrkräfte die Anmeldezahlen der fünften Klassen allein als wenig aussagekräftig. Die Schule nimmt regelmäßig Kinder auf, die zuvor eine andere weiterführende Schule besucht haben und einen Schulwechsel benötigen.

Nach Angaben der Schule steigen die Schülerzahlen dadurch in den höheren Jahrgangsstufen deutlich an. Gerade für diese Kinder seien kleinere Lerngruppen und eine intensive pädagogische Betreuung besonders wichtig.

Hauptschule widerspricht der Schulentwicklungsplanung

Die Johann-Amos-Comenius-Schule hat ihre Kritik auch schriftlich formuliert. In einer Stellungnahme zur Schulentwicklungsplanung weist sie darauf hin, dass die tatsächlichen Schülerzahlen an beiden Schulen höher liegen als die Zahlen, auf denen die Planungen beruhen.

Die Schule argumentiert, dass eine fünfzügige Gesamtschule am Standort nicht genügend Plätze bieten würde, um alle bislang an Haupt- und Realschule unterrichteten Kinder aufzunehmen. Nach ihren Berechnungen wäre dafür eine deutlich größere Gesamtschule erforderlich.

Die Kritik richtet sich damit auch gegen die bisherige Überlegung, die beiden Schulformen am Standort Heerstraße durch eine neue Gesamtschule zu ersetzen. Aus Sicht der Schule könnte eine solche Lösung die Schulplatzversorgung verschlechtern, statt zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

Auch die Wilhelm-Busch-Realschule steht unter Druck

Die geplanten Veränderungen betreffen ebenfalls die Wilhelm-Busch-Realschule. Dabei zeigt sich bei dieser Schulform eine andere Situation als bei der Hauptschule.

Während die Stadt für die Hauptschule auf geringe Anmeldezahlen verweist, besteht an Realschulen in Porz weiterhin eine erhebliche Nachfrage. Für das Schuljahr 2026/27 wurden an der Wilhelm-Busch-Realschule mehr Anmeldungen registriert, als bei einer dreizügigen Führung Plätze zur Verfügung stehen.

Auch die Landeselternschaft der Realschulen in Nordrhein-Westfalen hat sich inzwischen eingeschaltet. Sie fordert, unterschiedliche Schulformen zu erhalten und die Schulentwicklungsplanung unter Beteiligung der betroffenen Schulgemeinschaften zu gestalten.

Dabei richtet sich die Kritik nicht grundsätzlich gegen neue Gesamtschulen. Vielmehr geht es um die Frage, ob durch die Schließung bestehender Schulen die Wahlmöglichkeiten der Eltern eingeschränkt werden.

Auch Familien aus Langel betroffen

Für Familien aus Langel haben die Planungen unmittelbare Bedeutung. Das Schulzentrum an der Heerstraße gehört zu den weiterführenden Schulstandorten im südlichen Porz. Eine Schließung würde das Schulangebot in der näheren Umgebung verändern.

Eltern müssten bei der Wahl einer weiterführenden Schule möglicherweise auf andere Standorte ausweichen. Damit könnten längere Schulwege verbunden sein. Besonders relevant ist die Frage für Kinder, die auf kleinere Klassen oder besondere pädagogische Unterstützung angewiesen sind.

Hinzu kommt, dass der Bedarf an Schulplätzen nicht in allen Schulformen gleich verläuft. Während Hauptschulen unter sinkenden Anmeldezahlen leiden, sind andere weiterführende Schulen im Stadtbezirk teilweise stark nachgefragt.

Schüler und Eltern wehren sich

An beiden Schulen wächst der Widerstand gegen die Pläne. Schüler, Eltern und Lehrkräfte setzen sich dafür ein, dass ihre Schulen erhalten bleiben.

Die Johann-Amos-Comenius-Hauptschule verweist insbesondere auf ihre Bedeutung für Kinder, die nach Schwierigkeiten an anderen Schulen einen neuen Bildungsweg suchen. Für diese Schülerinnen und Schüler könne eine überschaubare Schulgemeinschaft mit festen Bezugspersonen eine wichtige Unterstützung sein.

Für den Erhalt der Wilhelm-Busch-Realschule wurde außerdem eine Online-Petition gestartet. Die Initiatoren wenden sich gegen die geplante Schließung und fordern, die Bedürfnisse der betroffenen Familien stärker zu berücksichtigen.

Entscheidung über die Schulstandorte steht noch aus

Eine endgültige Entscheidung über die Schließung der beiden Schulen ist bislang nicht gefallen. Die Schulentwicklungsplanung wird zunächst in den zuständigen politischen Gremien beraten. Anschließend sind weitere Beratungen und Beschlüsse vorgesehen.

Am Donnerstag, 5. November 2026, tagt die Bezirksvertretung Porz ab 17 Uhr im Rathaussaal am Alfred-Moritz-Platz 1. Auch die Schulentwicklung gehört zu den aktuellen politischen Themen im Stadtbezirk.

Am 23. November soll sich zudem der Schulausschuss mit der Zukunft der Johann-Amos-Comenius-Hauptschule beschäftigen. Schüler haben angekündigt, sich öffentlich für den Erhalt ihrer Schule einzusetzen.

Für die beiden Schulgemeinschaften geht es damit um die Frage, ob Hauptschule und Realschule am Standort Heerstraße langfristig erhalten bleiben oder schrittweise aus der Kölner Schullandschaft verschwinden.